Ferris Bueller

„Ferris macht blau“ ist ein besonderer Teenie-Film aus dem Jahre 1986. Natürlich bietet er viel von dem Genre typischen Klamauk. Doch auch sehr sensible Töne werden angeschlagen. Verschiedene Dialoge haben Kultstatus erlangt und so manche Textstelle wird heute noch gerne zitiert.

Ganz aktuell und doch zeitlos ist Ferris folgendes Gespräch. Ausgerechnet unter der Dusche durchbricht er die „Vierte Wand“ und plaudert mit dem Zuschauer über radikale Gesinnungen:

„Ismen sind meiner Meinung nach nicht gut. Ein Mensch sollte nicht an einen Ismus glauben, er sollte an sich selbst glauben.“

Wie wahr. Wie wahr.

Stanislav Jerzy Lec

Bekannt für seine Aphorismen und gerne zitiert: Der polnische Lyriker und Aphoristiker Stanisław Jerzy Lec darf in keiner Zitate-Sammlung fehlen, schaffte er es doch immer wieder, Wahrheiten und Weisheiten in wenigen Worten zu bündeln. Eigentlich schade, dass von seinem Gesamtwerk nur so wenig im kollektiven Gedächnis blieb. Fast schon prophetisch ist somit sein folgender Ausspruch:

Von der Mehrzahl der Werke bleiben nur die Zitate übrig. Ist es dann nicht besser, von Anfang an nur die Zitate aufzuschreiben?

 

“Der Flirt ist die Kunst, einer Frau in die Arme zu sinken, ohne ihr in die Hände zu fallen.”

Sacha Guitry

 

“Beim Flirten laufen nicht selten Männer einer Frau nach, die längst hinter ihnen her ist.”

Colette

 

“Flirten ist die Kunst, einen Mann, der einem nahe steht, auf Distanz zu halten.”

Sabine Sasselmann

 

“Flirten ist die Kunst, so weit davon zu laufen, dass man bestimmt eingeholt wird.”

Zsa Zsa Gabor

 

“Ein Flirt ohne tiefere Absicht ist ungefähr so sinnvoll wie ein Fahrplan ohne Eisenbahn.”

Marcello Mastrianni

Richard von Weizsäcker

„Kultur ist kein Luxus, den wir uns entweder leisten oder nach Belieben auch streichen können, sondern der geistige Boden, der unsere innere Überlebensfähigkeit sichert.“

 

„Kultur kostet Geld. Sie kostet vor allem deshalb, weil der Zugang zu ihr nicht in erster Linie durch einen privat gefüllten Geldbeutel bestimmt sein darf. (…)
Substantiell hat die Förderung von Kulturellem nicht weniger eine Pflichtaufgabe des öffentlichen Haushalts zu sein als zum Beispiel der Straßenbau, die öffentliche Sicherheit oder die Finanzierung der Gehälter im öffentlichen Dienst. Es ist grotesk, dass wir Ausgaben im kulturellen Bereich „Subventionen“ nennen, während kein Mensch auf die Idee käme, die Ausgaben für ein Bahnhofsgebäude oder einen Spielplatz als Subventionen zu bezeichnen. Der Ausdruck lenkt uns in eine falsche Richtung. Denn Kultur ist kein Luxus, den wir uns entweder leisten oder nach Belieben auch streichen können, sondern der geistige Boden, der unsere innere Überlebensfähigkeit sichert.
Und Kultur hängt auch von Personen ab, die sie ins Werk setzen sollen. Es ist ein zentrales öffentliches Interesse, dass Leute, die das können und die schon in Berlin leben, die notwendigen Entfaltungsmöglichkeiten behalten oder bekommen. Und darüber hinaus auch, dass in möglichst großer Dichte und Qualität solche Menschen für Berlin gewonnen werden, wenn sie bereit sind, sich zu engagieren, damit sie hier ihre Kreativität und ihre Kenntnisse wie ihre Weltläufigkeit in den Dienst der Kultur der Stadt und des ganzen Landes stellen.“

Richard von Weizsäcker

 

„Kultur ist kein Luxus, den wir uns entweder leisten oder nach Belieben auch streichen können, sondern der geistige Boden, der unsere innere Überlebensfähigkeit sichert.“

 

 

„Heute ist Halloween, da darf jeder jeden mal so richtig erschrecken.“
aus: Halloween – Die Nacht des Grauens

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Ein paar lose Gedanken zu Halloween

Es ist noch gar nicht so lange her – vielleicht fünfzehn Jahre – da war selbst ich überrascht, als es an an einem 31. Oktober der Tür klingelte. Da standen zwei Jungs und schmetterten mir ein »Süßes oder Saures« entgegen. Unvorbereitet auf den »geist«-reichen Überfall kramte ich eilig ein paar Schokoriegel aus der Schublade und wehrte so eine Gruselmaßnahme erfolgreich ab.

Inzwischen bin ich zweimal Papa geworden

und wir lassen es uns nicht nehmen, nun ebenfalls durch die Dunkelheit zu ziehen. Zwischen Plastik-Skletten, künstlichen Spinnweben und ausgehöhlten Kürbissen gruseln sich meine beiden Zombie-Damen angenehm. Jedes halbwegs zur Saison passend dekorierte Haus wird von ihnen heimgesucht und für das ordnungsgemäße Entgeld eines Apfels, einiger Bonbons oder Schokolade von Spukmaßnahmen verschont.
Unbeleuchtete Häuser und Wohnungen lassen wir brav aus. Wir wollen mit unserem Spaß ja niemanden stören. Es gibt genug Nachbarn, die mitmachen.
Leider kommt es trotzdem immer wieder vor, dass den Kindern zwar die Tür geöffnet wird, aber dann ziemlich grobe und ärgerliche Reaktionen kommen:

»Bei dem amerikanischen Scheiß mach ich nicht mit!«

Da möchte ich eigentlich reflexartig erwidern: Halloween ist ein europäisches Fest. Es stammt ursprünglich aus Irland.

»Halloween ist heidnisches Brauchtum.«

Am liebsten würde ich dann fragen: »Ostereier nicht?« Der Begriff Halloween stammt von »All Hallows’ Eve« ab. Gemeint ist somit der Vorabend zu Allerheiligen. Der Ursprung des Festes allerdings ist tatsächlich bei den Kelten zu finden, aber die Kirche hat das Fest schon vor langer Zeit vereinnahmt …

»Kommt St. Martin wieder. Da könnt ihr dann was singen.«

Schließt das eine Fest denn das andere aus? Da stehen Kinder vor der Tür! Sie haben sich lange Zeit auf diesen Abend gefreut. Es wurde gebastelt, Texte gelernt und sich verkleidet.

»Das hat es früher nicht gegeben.«

Stimmt. Irgendwann war auch mal das erste Martinssingen und das erste Karneval.

Was ich mit diesen vielen Worten sagen möchte: Niemand ist verpflichtet, ein Fest mitzufeiern. Weder Weihnachten noch das Oktoberfest sind verordnet. Man darf also auch gerne zu Halloween die Türe zulassen oder den Kindern freundlich sagen, dass man nicht mitmacht.
Aber eines geht in meinen Augen gar nicht: Kinder anmotzen und belehren, dass sie etwas Falsches feiern.

Soweit zu meinen losen Gedanken …