Kunst um der Kunst Willen

Seit letztem Jahr habe ich das Projekt „Zitatus“ nur halbherzig fortgeführt. Durch die Umstellungen, die durch die Datenschutzgrundverordnung nötig wurden, standen Nutzen und Aufwand für diese Zitate-Datenbank in keinem Verhältnis mehr. Insbesondere der Wegfall von Google-Werbung und das Abschalten der Kommentarfunktion sind die Hauptursache: Wenn man eine so arbeitsaufwendige Sammlung pflegt, sollten entweder Ruhm oder Geld (hihihi) für den Betreiber drin sein.

Ruhm und Geld

Nein, eigentlich nicht. Wenn durch Anzeigen gerade mal die Kosten für die Seite reingekommen sind, durfte ich mich freuen. Und bevor diese Homepage zum Blog wurde, habe ich auch ohne Kommentare leben können.
Feedback zu Zitaten und Bildern kann man mir ja auch gerne via Facebook und Twitter geben. Also: Was beklage ich mich? Vielleicht war einfach nur die Luft raus.

Mach’s anders

Tja. Wenn man mit einer Situation unzufrieden ist, kann man aufgeben oder etwas ändern. Ich habe mich für Letzteres entschieden. Deshalb wird dieser (dieses) Blog thematisch ab sofort eine Neuausrichtung bekommen.

Zitatus.com wird zwar auch weiterhin eine langsam wachsende Zitate-Datenbank sein, doch im aktuellen Blog wird ein neues Thema hinzukommen.

Handlettering

Ich bin gelernter Werbetechniker und habe mich 1998 als Kalligraph (Schönschreiber) selbstständig gemacht. (Außerdem bin ich noch Schriftsteller – aber das tut gerade nichts zur Sache.) Seit ein paar Jahren ist nun ein Hype um das Handlettering und Brushlettering losgetreten worden. Als Gegenbewegung zur sterilen Typografie mit computergenerierten Schriften haben viele Menschen die Liebe zur geschriebenen und von Hand gestalteten Schrift gefunden.

Das freut mich sehr. Als Schriftbegeisterter ist es schön zu sehen, wie mehr und mehr Leute zu Brushpens, Stiften und Federhaltern greifen. Schrift kann Kunst sein und jeder kann zum Schriftkünstler werden. Das ist wirklich gar nicht zu schwer …

Aus dem Nähkästen eines Kalligraphen

Auf meiner Firmenhomepage blogge ich schon länger über das Thema Schrift und Schriftgeschichte. Und ich gebe Kurse in Kalligraphie und Lettering. Es bietet sich also an, das Lettern mit Zitaten zu verknüpfen.

Lange Rede. Kurzer Sinn. Künftig wird an dieser Stelle also auch über das Handlettering geschrieben. Es würde mich freuen, wenn ich dadurch ein paar neue (regelmäßige) Leser hier erreichen könnte. Einfach so. Oder für Ruhm und Geld.

Euer Zitatus
(Markus Walther)

Handlettering

Handlettering

„Es gibt keine Grenzen. Weder für Gedanken, noch für Gefühle. Es ist die Angst, die immer Grenzen setzt.“
Ingmar Bergman

Ferris Bueller

„Ferris macht blau“ ist ein besonderer Teenie-Film aus dem Jahre 1986. Natürlich bietet er viel von dem Genre typischen Klamauk. Doch auch sehr sensible Töne werden angeschlagen. Verschiedene Dialoge haben Kultstatus erlangt und so manche Textstelle wird heute noch gerne zitiert.

Ganz aktuell und doch zeitlos ist Ferris folgendes Gespräch. Ausgerechnet unter der Dusche durchbricht er die „Vierte Wand“ und plaudert mit dem Zuschauer über radikale Gesinnungen:

„Ismen sind meiner Meinung nach nicht gut. Ein Mensch sollte nicht an einen Ismus glauben, er sollte an sich selbst glauben.“

Wie wahr. Wie wahr.

Stanislav Jerzy Lec

Bekannt für seine Aphorismen und gerne zitiert: Der polnische Lyriker und Aphoristiker Stanisław Jerzy Lec darf in keiner Zitate-Sammlung fehlen, schaffte er es doch immer wieder, Wahrheiten und Weisheiten in wenigen Worten zu bündeln. Eigentlich schade, dass von seinem Gesamtwerk nur so wenig im kollektiven Gedächnis blieb. Fast schon prophetisch ist somit sein folgender Ausspruch:

Von der Mehrzahl der Werke bleiben nur die Zitate übrig. Ist es dann nicht besser, von Anfang an nur die Zitate aufzuschreiben?

 

„Ist es nicht schrecklich, dass der menschlichen Klugheit so enge Grenzen gesetzt sind und der menschlichen Dummheit überhaupt keine?“

Konrad Adenauer

 

 

… und nimm was zum Lesen mit!

“Hast du ein Gärtchen und eine Bibliothek, so wird dir nichts fehlen.”
Cicero

„Der Bürokrat, der sich mit einem Computer gewappnet hat, ist der heimliche Gesetzgeber unserer Zeit und zugleich eines ihrer größten Übel.“

Neil Postman